Zukunft trifft Freude

Aus dem Editorial ...
Wenn wir nach vorne schauen
Der Gedanke an die Zukunft kann unterschiedliche Gefühle auslösen. Wir verbinden mit ihr Hoffnungen und Erwartungen, zugleich aber auch Fragen, auf die wir heute noch keine Antwort haben. Wie wird sich unsere Gesellschaft entwickeln? Wie wird unser persönliches Leben aussehen? Und wie wird es mit unseren Pfarren und mit der Kirche weitergehen?
Wer nur auf das schaut, was schwieriger geworden ist oder nicht mehr so funktioniert wie früher, wird der Zukunft eher mit Sorge begegnen. Der christliche Glaube lädt uns zu einem anderen Blick ein. Dabei werden Schwierigkeiten nicht verharmlost oder klein geredet, sondern wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott auch dort Wege eröffnet, wo wir sie noch nicht sehen. Zukunft beginnt deshalb nicht erst irgendwann. Sie beginnt dort, wo Menschen heute bereit sind, sich auf das einzulassen, was wachsen will.
Freude, die aus Vertrauen wächst
Darum passt das Motto dieser Herbstausgabe sehr gut: „Zukunft trifft Freude.“ Freude bedeutet dabei nicht Oberflächlichkeit oder dass alles leicht ist. Die Freude des Glaubens hat einen tieferen Grund. Sie wächst aus dem Vertrauen, dass wir unseren Weg nicht allein gehen müssen und dass Gott mit uns unterwegs bleibt.
Der Herbst erinnert uns daran auf seine eigene Weise. Beim Erntedankfest schauen wir auf das, was gewachsen und gereift ist. Wir wissen aber zugleich, dass keiner von uns das Wachsen selbst machen kann. Wir können säen, pflegen und unseren Teil beitragen. Dass daraus reiche Frucht entsteht, bleibt Geschenk. Diese Haltung brauchen wir auch für die Zukunft unserer Kirche.
Was heute wachsen will
Davon erzählt diese Ausgabe unserer Einblicke. Die bevorstehende Visitation mit Weihbischof Johannes Freitag richtet den Blick auf das Leben unserer Pfarren und auf ihren gemeinsamen Weg in die Zukunft. Zugleich beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste Pfarrgemeinderatsperiode. Kirche wird Zukunft haben, wenn Menschen ihre Begabungen einbringen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, gemeinsam weiterzudenken.
Wir wissen nicht, wie alles werden wird. Aber wir wissen, wem wir unsere Zukunft anvertrauen dürfen. Das nimmt uns die Verantwortung nicht ab. Im Gegenteil: Es gibt uns die Freiheit, mutig zu säen, miteinander zu gestalten und darauf zu vertrauen, dass Gott wachsen lässt, was dem Leben dient.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine anregende Herbstausgabe unserer Einblicke, einen gesegneten Herbst und jene Freude, die uns nicht ans Gestern bindet, sondern mit Vertrauen nach vorne schauen lässt.
Für das Führungsteam des Seelsorgeraumes
Pfarrer Mario Offenbacher
